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Jacob Dahlgren

Jacob Dahlgren sucht die Konkrete Kunst im Alltag – mit Erfolg! Statt mit Pinsel und Farbe arbeitet er mit Gegenständen aus dem täglichen Leben. In seinen Arbeiten werden u.a. Stifte, Dartscheiben, T-Shirts, Meterstäbe oder Waagen in großen Mengen zu Kunstobjekten.

Wie bei der Wandarbeit Units of Measurements setzt er Gebrauchsgegenstände bildhaft ein. Auf den ersten Blick wirken die parallel verlaufenden, mehrfarbigen Streifen wie eine minimalistische Wandmalerei. Erst beim Näherkommen wird erkennbar, dass es sich um 180 farbige Zollstöcke handelt. Durch die Anhäufung immer gleicher Objekte in strenger Anordnung, schafft Dahlgren konkrete Bildmuster.

Heaven is a Place on Earth geht noch einen Schritt weiter und lädt ein, sich mit dem Kunstobjekt zu vereinen. Zuerst spricht die Arbeit aus 144 Digitalwaagen den Verstand an, der sie in ihrer Ordnung erfassen soll: eine regelmäßige Anordnung von 12 x 12 weißen Quadraten. Gleichzeitig ist sie eine klare Aufforderung zum Mitmachen. Wir können über sie schreiten und unsere eigene Formation ablaufen – ähnlich wie auf einem Schachbrett. Durch die aufleuchtenden Zahlen unter unserem eigenen Körpergewicht erweist sich die Arbeit als dynamisch und individuell erfahrbar.

Dahlgren führt den Impuls seiner Kunst immer wieder über den rein musealen Kontext hinaus und verbindet Kunst spielerisch mit realen Lebenswelten.

Alexandra Liebherr

MKK

Welche Rolle spielt der Museumsraum für Deine Arbeit?

JD

Das Museum ist der Ort, an dem die Arbeit zeigt und in den Kontext der Kunst gesetzt wird. Meine Arbeit referiert stark auf die Kunstgeschichte und zur gleichen Zeit auch auf unser alltägliches Leben. Für mich ist es interessant meine Arbeit in beiden Kontexten zu zeigen, sowohl dem der Kunst als auch an Orten, an denen man Kunst nicht erwarten würde.

MKK

Du arbeitest viel mit Alltagsgegenständen, wie hier mit Waagen und Meterstäben, wie inspirieren Dich diese?

JD

Die Dinge des Alltags inspirieren mich. Ich liebe es, in Supermärkten umherzuwandern. Manchmal setze ich dort Produkte zusammen und mache daraus Skulpturen und lasse sie dann einfach dort. Das ist eine Methode, um Ideen auszuprobieren und zu sehen, ob diese funktionieren, ohne diese Produkte zu kaufen. Ich mag die Idee, dass der ein oder andere, das Kunstwerk entdeckt. Die meisten werden es lediglich als Produkthaufen wahrnehmen, der langsam verschwindet. Manchmal werde ich deshalb auch aus dem Landen geworfen.

 

»Meine Arbeiten versuchen, den Alltag mit dem Erbe der modernen Kunst zu verbinden.«

 

Aus bunten Meterstäben kreiert Jacob Dahlgren geometrische Formen und visuelle Farbmischungen, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt, 2020

MKK

Was bedeutet es für Dich, wenn Du ein temporäres Kunstwerk für einen speziellen Ort erschaffst, das danach wieder zerstört wird?

JD

Dass meine Arbeiten nach der Ausstellung abgebaut werden und keine Kunstwerke mehr sind, macht mir nichts aus. Mir gefällt die Idee, dass man einen Meterstab aus meiner Wandarbeit nimmt und ihn danach wieder benutzt.

 

Biografie

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*1970, Stockholm (SE)
lebt und arbeitet in Stockholm (SE)
1994 – 1999 The Royal Institute of Art, Stockholm

www.jacobdahlgren.com
Instagram @jacob_dahlgren

Künstler

Impressum



Museum für Konkrete Kunst
Tränktorstraße 6–8
85049 Ingolstadt
Telefon +49 (0)841/305 1875
E-Mail


Redaktion und Edition
Museum für Konkrete Kunst
Stiftung für Konkrete Kunst
und Design

Direktorin
Dr. Simone Schimpf

Kuratorin
Alexandra Liebherr

Grafische Gestaltung und Umsetzung
Mark Julien Hahn

Texte
Marie-Luise Heske
Alexandra Liebherr
Dr. Simone Schimpf
Willi Trenner
Ann-Kathrin Ziganki

Video
bild-schön medienproduktion
Axel Mölkner-Kappl

Ausstellungsansichten
Hubert P. Klotzeck

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Eintritt
5 Euro, 3 Euro (ermäßigt)
3 Euro Gruppentarif (ab 10 Personen)

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