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Jan van der Ploeg

Der niederländische Künstler, der bereits viele prominente Museumswände gestaltet hat, fertigte für „Mind the Gap!“ gleich zwei Wandmalereien an, die zu Beginn der Ausstellung stehen.

In beiden dominieren die Diagonale und das Dreieck den Aufbau. Gegenüber des Museumseingangs trennt die Diagonale zwei gleichgroße Flächen. Die daraus entstehenden Dreiecke werden durch ihre breite Umrandung in schwarz und grellem gelb betont. In diesen lassen sich wiederum dreieckige Flächen finden; die eine weiß, die andere in einem satten Gelb. Obwohl die Wandmalerei abgeschlossen wirkt, kann sie nicht in sich ruhen. Die spitz zulaufenden Kanten der Dreiecke, sowie die verschiedenen Gelbtöne verleihen der Einheit eine unbestreitbare Dynamik.

Das geometrische Motiv des Rechtecks, das durch eine Diagonale geteilt ist, verbindet die Malerei im Außen- und im Innenraum des Museums miteinander. Obwohl sie formal ähnlich aufgebaut sind, unterscheidet sich die Wandmalerei im Innern des Museums bei genauerer Betrachtung auch über die Farbwahl hinaus. Die durch die Diagonale entstehenden Dreiecke haben, anders als außen, erstaunlicherweise nicht den gleichen Flächeninhalt. Und so ist es nur konsequent, dass sich auch die beiden Flächen farblich vollkommen unterscheiden. Die Malerei zeigt damit einen Aspekt der Wand auf, welcher nur selten bemerkt wird: Die Wand passt sich dem Gefälle des Bodens an, weshalb sie auf der einen Seite fast 30 cm höher ist als auf der anderen.

Ann-Kathrin Ziganki

MKK

Wie veränderst Du das Ambiente eines Raums mit Deiner Malerei?

JP

Sobald eine Wandarbeit installiert ist, geht es gar nicht anders, als dass sie einen Effekt auf ihre Umgebung hat und diese beeinflusst. Abhängig von der Funktion oder dem Gefühl einer Malerei, biete ich den Besuchern*innen des Raums die Erfahrung einer visuellen Überraschung. Im Allgemeinen ist es mein Ziel, Räume so zu verändern, dass diese hoffentlich auf positive und optimistische Art und Weise genutzt werden.

 

 

Jan van der Ploeg, WALL PAINTING No.493, Untitled, 2020 © Studio Jan van der Ploeg

 

 

MKK

Welche Verbindung gibt es für Dich zwischen Wandmalerei und der Architektur, in der sie präsentiert wird?

JP

Mit nur wenigen Ausnahmen ist die Architektur immer zuerst da und deshalb auch der Ausgangspunkt für die Malerei. Es ist sehr wichtig, eine gute Idee für die Architektur des Raums zu haben. Allesmögliche kann dabei eine Rolle spielen und genau das ist wichtig. Offensichtliche Beispiele dafür sind die Farbe des Bodens, der Decke, was ist überhaupt möglich und was erhofft man sich von dem Raum? Es ist jedoch genauso wichtig, die Funktion des Raums zu berücksichtigen und in dieser Hinsicht auch die mögliche Funktion der Wandmalerei zu denken. Ist es eine kleine Malerei auf einem einzelnen Wandsegment oder bedeckt die Arbeit die gesamte Wand eines Raums? Die Erschaffung einer Wandmalerei ist zu Beginn geplant und wird dann von all diesen Aspekten beeinflusst.

 

BU: Jan van der Ploeg, WALL PAINTING No.492, Untitled, 2020

»Meine Arbeit wird das erste und das letzte sein, was die Museumsbesucher*innen sehen, wenn sie die Ausstellung anschauen.«

Jan van der Ploeg gestaltet den Eingangsbereich mit leuchtenden Farben

Biografie

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*1959, Amsterdam (NL)
lebt und arbeitet in Amsterdam (NL)
Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam
Croydon College of Art, London

www.janvanderploeg.com
Instagram @janvanderploegstudio

Künstler

Impressum



Museum für Konkrete Kunst
Tränktorstraße 6–8
85049 Ingolstadt
Telefon +49 (0)841/305 1875
E-Mail


Redaktion und Edition
Museum für Konkrete Kunst
Stiftung für Konkrete Kunst
und Design

Direktorin
Dr. Simone Schimpf

Kuratorin
Alexandra Liebherr

Grafische Gestaltung und Umsetzung
Mark Julien Hahn

Texte
Marie-Luise Heske
Alexandra Liebherr
Dr. Simone Schimpf
Willi Trenner
Ann-Kathrin Ziganki

Video
bild-schön medienproduktion
Axel Mölkner-Kappl

Ausstellungsansichten
Hubert P. Klotzeck

Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2020, für die abgebildeten Werke von Annegret Bleisteiner, Katharina Hinsberg, Markus Krug, Jacob Dahlgren, Marleen Sleeuwits, Vanessa Henn, Karim Noureldin

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Eintritt
5 Euro, 3 Euro (ermäßigt)
3 Euro Gruppentarif (ab 10 Personen)

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