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Marleen Sleeuwits

Marleen Sleeuwits baut mit den Museumsstellwänden ihren eigenen Raum im Raum. Die Wände und den Fußboden nutzt sie als Träger ihrer Fotografien. Richtig – bei den pastellfarbenen Tapeten handelt es sich um bearbeite Fotografien!

Von diesem Medium sind wir eindeutige und meist einfach lesbare Bilder gewohnt. Anders bei den Installationen von Marleen Sleeuwits – sie arbeitet mit ihrem illusorischen Charakter. Auf den ersten Blick finden wir nur wenige Orientierungspunkte. Doch der Eindruck trügt, was auf den Fotografien so fremd erscheint, ist uns eigentlich sehr gut vertraut. Im MKK sind das die Leuchtstoffröhren, die sich in einer strengen Ordnung über die Decke des gesamten Museums hinwegziehen. Nach ihrem ersten Besuch der Ausstellungsräume, haben diese bei Marleen Sleeuwits einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sodass sie entschied, diese zu fotografieren und mit weiteren Leuchten den auffälligen Eindruck zu verstärken. Die Reproduktionen der Deckenbeleuchtung werden zu Wänden und Boden im »neuen« Raum.

Marleen Sleeuwits schlägt mit ihren raumbezogenen Fotografien eine Brücke zwischen dem realen und dem dargestellten Raum. Sie arbeitet mit ortsspezifischen Merkmalen, die wir während eines normalen Ausstellungsbesuchs kaum wahrnehmen. Die Gegensätze zwischen real und künstlich schaffen eine visuelle Erfahrung, die uns für einen Moment von einem Gefühl von Zeit und Ort entfremden.

Alexandra Liebherr

MKK

Warum hast Du Dir die Neonröhren als ästhetisches Element ausgesucht?

MS

Für meine ortsspezifischen Installationen benutze ich immer das vorhandene Interieur als Ausgangspunkt. Was macht den Raum einzigartig? Was sticht hervor? Aus welchem Material ist er? Im Museum für Konkrete Kunst ist es die Decke mit den Neonröhren, die mir sofort aufgefallen ist. Die endlose Wiederholung fand ich sehr reizvoll, weshalb ich mich dazu entschieden habe, mit diesem Element zu arbeiten. Ich fotografierte die Leuchten und benutze die Fotografien als Ausgangspunkt für meine Entwürfe.

Marleen Sleeuwits, Dropped Ceiling, 2020

 

MKK

Warum hast Du einen Raum im Raum gebaut?

MS

Für diese Installation habe ich in der Tat einen neuen Raum innerhalb des Museumsraums gebaut. Ich habe sieben bereits vorhandene Stellwände genutzt, um diesen langen, engen Raum zu kreieren, der an einen Flur erinnert. Der Raum ist allerdings nicht komplett abgeriegelt, denn zwischen der Decke und den Stellwänden ist noch Platz. So kann man den Rest der Museumsdecken und die Neonröhren noch sehen. Diese Verbindung zwischen dem tatsächlichen Museum und meiner Installation ist mir wichtig. Es verwischt die Grenze zwischen der Installation, dem Ort und der Vorstellungskraft. Wo beginnt das eine und wo hört das andere auf?

Für die Ausstellung ‚Mind the Gap!‘ hat Marleen Sleeuwits einen Raum im Raum entworfen.

»Die ortsspezifischen Installationen, die ich für Ausstellungen baue, leben manchmal auch in Form von Fotografien weiter. Das macht es um einiges leichter, sie abzubauen.«

Gemeinsam mit ihrer Assistentin bringt Marleen Sleeuwits ihre eigens hergestellten Fototapeten an.

Biografie

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*1980, Den Haag (NL)
lebt und arbeitet in Den Haag (NL)
Absolventin der Royal Academy of Art, The Hague
2005 Absolventin der Akademie voor Kunst en Vormgeving St. Joost

www.marleensleeuwits.nl
Instagram @marleen_sleeuwits

Künstler

Impressum



Museum für Konkrete Kunst
Tränktorstraße 6–8
85049 Ingolstadt
Telefon +49 (0)841/305 1875
E-Mail


Redaktion und Edition
Museum für Konkrete Kunst
Stiftung für Konkrete Kunst
und Design

Direktorin
Dr. Simone Schimpf

Kuratorin
Alexandra Liebherr

Grafische Gestaltung und Umsetzung
Mark Julien Hahn

Texte
Marie-Luise Heske
Alexandra Liebherr
Dr. Simone Schimpf
Willi Trenner
Ann-Kathrin Ziganki

Video
bild-schön medienproduktion
Axel Mölkner-Kappl

Ausstellungsansichten
Hubert P. Klotzeck

Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2020, für die abgebildeten Werke von Annegret Bleisteiner, Katharina Hinsberg, Markus Krug, Jacob Dahlgren, Marleen Sleeuwits, Vanessa Henn, Karim Noureldin

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Eintritt
5 Euro, 3 Euro (ermäßigt)
3 Euro Gruppentarif (ab 10 Personen)

Wir bedanken uns
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