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Thomas Trum

Der Übergang zum Bereich, den Thomas Trum gestaltet hat, ist genauso sanft wie seine Arbeiten selbst. Keine Wände, die künstlich versuchen einen Raum zu erzeugen oder sich von anderen Werken abgrenzen. Die Kunst selbst bestimmt den Raum und wo dieser beginnt. Die zarten Farbverläufe laden ein und führen durch den Farbraum hindurch.

Trum ist ein junger Künstler aus den Niederlanden, der gerne experimentiert. Die Farbe und die Art und Weise, sie auf verschiedene Oberflächen zu applizieren, sind seine Forschungsgegenstände. Mit übergroßen selbstgebauten Filzstiften, umfunktionierten Bohrmaschinen und sehr viel Kraft bringt er die Farbe auf die Wand, das Papier, die Leinwand, den Boden und was ihm sonst so in die Finger kommt. Die weißen Ausstellungsräume werden dabei zum Maluntergrund. Das Experimentieren mit Techniken und Methoden und die endlose Variationsmöglichkeit, welche die Farbe mit sich bringt, machen Trums Kunstwerke so facettenreich. Ergebnisse, die von den Erwartungen abweichen, gehören dabei ebenso zum Prozess.

Das Besondere bei seinen Wandarbeiten: Es gibt nur einen Versuch. Ein Absetzen des Malinstruments ist unmöglich und Ausrutscher werden zwangsläufig Teil des Endergebnisses. In jedem Kunstwerk steckt eine enorme körperliche Arbeit, die hinter den zarten Farbbändern verschwindet.

Ann-Kathrin Ziganki

MKK

Farbe spielt eine wichtige Rolle in Deiner Arbeit, warum hast Du diese Farben für das MKK ausgewählt?

TT

Die Farbe, die ich benutze, wähle ich intuitiv. Sie bedeuten nichts, aber sie arbeiten sehr gut zusammen im Rahmen der Architektur. Die farbigen Linien der gefüllten Oberflächen sind autonom und in sich geschlossen.

Thomas Turm, Ausstellungsansicht „Mind the Gap!“, 2020

MKK

Welchen Einfluss haben die Museumsräume auf Deine Kunstwerke und Deine gewählte Technik?

TT

Die Architektur spielt immer eine Rolle in meiner Arbeit. Da es ein großer Raum ist, funktioniert es besonders gut, den Raum komplett zu füllen und einen Erfahrungsraum daraus zu machen. Der Raum im MKK erlaubt es, großflächig auszustellen. Ich kann verschiedene Oberflächen bespielen: Wände oder auch den Boden. Diese verlangen eine unterschiedliche Herangehensweise. Das sehe ich als Herausforderung.

Thomas Trum zeigt verschiedene Techniken seiner Arbeit nebeneinander.

»Die Umsetzung meiner großen Wandgemälde ist körperlich sehr anstrengend, daher muss ich fit bleiben. Ich habe Ringe zuhause aufgehängt, um zu trainieren. Außerdem habe ich meinen Fußboden gestrichen, um die Haltbarkeit für die Ausstellung zu testen.«

Für seine Bodenarbeit im MKK experimentierte der Künstler auch mit seinem Boden zuhause.

 

MKK

Auf was achtest Du zuerst, wenn Du einen Ausstellungsraum betrittst?

TT

Ich sehe immer sofort, wie Oberflächen beschaffen sind und wie die Bauarbeiter sie gemacht haben; welche Technik angewandt wurde, um eine Wand beispielsweise zu bemalen, zu stuckieren oder ob der Boden mit einer Maschine poliert wurde. In diesen Techniken kann man die Spuren der Hersteller erkennen.

MKK

Was ist die besondere Herausforderung bei einer Arbeit für das Museum für Konkrete Kunst?

TT

Die Bodenmalerei. Dass sie die Ausstellungsdauer in gutem Zustand bleibt. Jede Schuhsohle wird darüber laufen und das zu allen Jahreszeiten. Und sie muss danach wieder einfach zu entfernen sein.

Biografie

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*1989, s’ Hertogenbosch
lebt und arbeitet in 's-Hertogenbosch (NL)
Design Academy in Eindhoven

www.thomastrum.nl
Instagram: @thomastrum

Künstler

Impressum



Museum für Konkrete Kunst
Tränktorstraße 6–8
85049 Ingolstadt
Telefon +49 (0)841/305 1875
E-Mail


Redaktion und Edition
Museum für Konkrete Kunst
Stiftung für Konkrete Kunst
und Design

Direktorin
Dr. Simone Schimpf

Kuratorin
Alexandra Liebherr

Grafische Gestaltung und Umsetzung
Mark Julien Hahn

Texte
Marie-Luise Heske
Alexandra Liebherr
Dr. Simone Schimpf
Willi Trenner
Ann-Kathrin Ziganki

Video
bild-schön medienproduktion
Axel Mölkner-Kappl

Ausstellungsansichten
Hubert P. Klotzeck

Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2020, für die abgebildeten Werke von Annegret Bleisteiner, Katharina Hinsberg, Markus Krug, Jacob Dahlgren, Marleen Sleeuwits, Vanessa Henn, Karim Noureldin

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Eintritt
5 Euro, 3 Euro (ermäßigt)
3 Euro Gruppentarif (ab 10 Personen)

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